2002

Die Geschichte des Lichtenberger Kinder- und Jugendbüros und die Koordinierungsstelle reicht zurück bis ins Jahr 2002. Zwar gab es Anfang der 90er Jahren bereits ein Kinder- und Jugendparlament das bei der Bezirksverordnetenversammlung angesiedelt war, doch war dieses inaktiv nachdem die Stelle der Koordinatorin gestrichen wurde.
Dennoch gab es überall im Bezirk verschiedene Projekte von und mit Jugendlichen, die aber sehr isoliert in ihrer jeweiligen Region aktiv waren. Eine der wenigen Anlaufstellen war der Bezirksschülerausschuss in dem sich Jugendliche aus allen Ortsteilen von Karlshorst bis Barnim trafen und über ihre aktuellen Probleme und Projekte austauschen konnten.
Etwa zeitgleich gründete sich das deutschlandweite Netzwerk der Servicestelle Jugendbeteiligung, mit dem Ziel aktive Jugendliche zu vernetzen. Zu den ersten Mitgliedern dieses Netzwerkes, den sogenannten Infoscouts gehörten auch die damalige Vorsitzende des Bezirksschülerausschusses, welche die Idee nach Lichtenberg brachte.

2003

Ende 2003 gründeten dann sieben dieser Infoscouts aus Lichtenberg, Friedrichshain und Reinickendorf die regionale Servicestelle Jugendbeteiligung, kurz Zwix. Das Ziel war es, eine Anlaufstelle für jugendliche Projektemacher im Bezirk zu etablieren und diese mit Wissen und Kontakten bei ihrer Arbeit zu unterstützen und untereinander zu vernetzen.
Da es zu der Zeit noch kein Kinder- und Jugendbüro gab, wurde das Zwix-Team Untermieter im Nachbarschaftszentrum in der Ahrenshooper Straße .

Da Zwix aber nur eine Beraterfunktion wahrnehmen und keine Interessenvertretung für Jugendpolitik im Bezirk sein wollte, begannen bereits Ende 2003 die Gespräche mit dem damaligen Bezirksstadtrat für Jugend, Bildung und Sport über eine Wiederbelebung des Kinder- und Jugendparlaments. Dazu lud Zwix im Oktober 2003 alle interessierten Jugendlichen des Bezirks zur ersten Kinder- und Jugendkonferenz in die Barnim-Oberschule.
Nach einer etwas turbulenten Anfangsphase nahm dieses in mehreren Ausschüssen zu Themen wie Schule, Umwelt, Rechtsextremismus und Finanzen/Bürgerhaushalt seine Arbeit auf. Man versuchte dabei eng mit den jeweiligen Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung zusammen zu arbeiten.

2004

Neben den Gründungsmitgliedern war das Team von Zwix 2004 auf über 15 Personen gewachsen, gleichzeitig hatte sich das Team etwas verjüngt und bestand nun größtenteils aus Schülern von verschiedenen Lichtenberger Oberschulen. Inzwischen war Zwix zusammen mit dem Kinder- und Jugendparlament ins Lichtenberger Rathaus gezogen. Dort gab es schon in den 90er Jahren ein Jugendbüro, das aber seit dieser Zeit nicht genutzt wurde. Mit den Räumlichkeiten wurde erstmalig ein offener Raum für Jugendliche direkt im Rathaus geschaffen, der auch anderen Jugendprojekten zur Verfügung gestellt wurde.

2005

Obwohl viele Mitglieder von Zwix in die Arbeit des Kinder- und Jugendparlaments eingebunden waren, war die wichtigste Aufgabe die Vernetzung und Unterstützung von Jugendprojekten, auch über den Bezirk hinaus. So qualifizierte sich Zwix 2005 zu einer YouthBank, was die finanzielle Förderung von Jugendprojekten mit kleineren Geldsummen (400€) ermöglichte. Da absehbar war, dass dieses Geld nicht dauerhaft zur Verfügung stehen würde, bemühte sich Zwix um die Institutionalisierung von Fördermöglichkeiten für lokale Projekte, wie sie heute z.B. durch die lokalen Kiezfonds existieren. Ein Vorläufer dafür war unter anderem das Projekt „Jugend übernimmt Verantwortung“ das für 2006 in den ersten Lichtenberger Bürgerhaushalt eingebracht wurde.

2006

Anfang 2006 fand dann die zweite Lichtenberger Jugendkonferenz statt. Dort entstand die Idee, die Arbeit von Zwix besser im Bezirk zu verankern, indem eine Koordinierungsstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung geschaffen werden sollte. Nach den Erfahrungen mit der Jugendjury aus dem Vorjahr wurde auch diese Idee von Jugendlichen in den Bürger*innen Haushalt eingebracht und zu den besten Vorschlägen gewählt.

2007

Die Einrichtung der Koordinierungsstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung wurde beschlossen. Es dauerte zwar noch eine Weile aber am 1.1.2008 konnte Manuela mit ins Kinder- und Jugendbüro einziehen. Nach den Bauarbeiten im Rathaus war es nun aber der Raum 201, da der alte Raum der Galerie über dem Ratssaal weichen musste.

Seit 2008

Die Geschichte von Zwix endet ironischerweise genau umgekehrt zu der des ersten Kinder- und Jugendparlaments, mit der Schaffung einer Stelle für Kinder- und Jugendpolitik im Bezirk. Der Hauptgrund dafür war ein missglückter Generationswechsel. Die meisten aktiven begannen mit ihrer Ausbildung oder ihrem Studium und hatten keine Zeit mehr für die vielfältigen Aufgaben.
Trotzdem hat das Projekt regionale Servicestelle Jugendbeteiligung mit über 30 geförderten Jugendprojekte als YouthBank, dem Aufbau eines Kinder- und Jugendparlaments, der Mitarbeit am Bürger*innen Haushalt und letztendlich durch den Anstoß der Koordinierungsstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung ein paar Spuren im Bezirk hinterlassen. Auch heute noch stehen einige Mitglieder in Kontakt mit den unterschiedlichen Akteuren im Bezirk und sind gerne bereit ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben.

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